Leserbrief BNN vom 22.07.2017: Absage Museumsfest wäre vermeidbar gewesen

Es ist bedauerlich, dass dem Museumsverein keine andere Wahl gelassen wurde, als das Fest abzusagen.

Andreas Schmidt, Pächter des Hofguts, hatte dem gemeinnützigen Verein unmissverständlich deutlich gemacht, dass dieser den Nutzungsvertrag zu akzeptieren und eine Nutzungsgebühr von 2500.- zu entrichten habe.

Das Museumsfest mit  bis zu 10000 Besuchern bedeutet für den kleinen Verein einen organisatorischen Kraftakt verbunden mit einem hohen finanziellen Risiko. Mehr als 250 ehrenamtliche Helfer müssen gefunden, Dienstpläne geschrieben, Ernte- und Landmaschinenvorführungen organisiert, Essen zubereitet und Getränke bereitgestellt werden. Ute Müllerschön als 1. Vorsitzende und die Mitglieder des Vorstandes hatten sowohl dem Pächter, dem Bürgermeisteramt als auch der Mediatorin frühzeitig und mehrfach mitgeteilt, dass aufgrund des großen organisatorischen Aufwandes bis zum 6. Juli eine Einigung getroffen werden müsse, ansonsten könne das Fest nicht stattfinden.

Bereits seit Februar gab es Hilferufe des Museumsvereins in Richtung Stadtverwaltung, weil der Hofgutpächter auf der Hoffläche Maßnahmen getroffen hatte, die den Museumsverein in seiner Arbeit erheblich einschränken. Es gab zwar Vor-Ort-Termine mit dem Liegenschaftsamt, dem Umweltamt und dem Gartenbauamt, doch habe ich keine Verbesserung der Situation wahrnehmen können. Ich habe den Eindruck, dass sich niemand so richtige für die Anliegen des Vereins und das gesamte Anwesen interessiert oder zuständig fühlt. Es fällt z.B. auf, dass die Obstbäume der Streuobstwiese nicht geschnitten werden und unter erheblichem Verbiss durch Ziegen leiden.... Auch hier wäre eine klare und konsequente Positionierung der Stadtverwaltung hilfreich.

Aus meiner Sicht ist es schade, dass die jahrelang erfolgreiche Kooperation zwischen Museumsverein und Hofgutpächter mit dem Pächterwechsel ins Wanken geraten ist. Somit ist der Landschaftspark Rhein in diesem Jahr um eine Attraktivität ärmer geworden. Die Leittragenden sind die Menschen und vor allem die Kinder der Region - war das Fest doch immer eine große Attraktion für die Familien. Ich hoffe, dass es bald zu einer Einigung kommt, das ehrenamtliche Engagement des Vereins gewürdigt wird, und das Fest künftig wieder stattfinden kann.

Dr. Markus Frei
Hayna


Leserbrief BNN vom 22.07.2017 - Absage Museumsfest . . .

Zum Artikel vom 13. Juli über die Absage des Museumsfest in Maxau:
Beim Lesen des Artikels erweckte er bei mir den Eindruck, dass der Museumsverein nach der Absage seines allseits beliebten Festes als Buhmann dastehe. Immer wieder wurde das Liegenschaftsamt genannt und zwar in Zusammenhang mit Verspätungen oder Versäumnissen.
Der Museumsverein verlangt bei diesem Fest nur von denjenigen eine moderate Standgebühr, die selbst gefertigte Waren verkaufen. Alle anderen Handwerker sind beitragsfrei. Es wird auch kein Eintritt für das Museumsfest verlangt, obwohl an den beiden Tagen des Festbetriebs sehr viel geboten wird.

Im Übrigen ist dieses Fest meines Wissens nach die einzige größere Einnahmequelle des Museumsvereins. Mit dem erzielten Erlös der Feste wurden in der Vergangenheit größere Investitionen getätigt; z.B. Umbau in Inneren des Gebäudes um die Rheinschiffsmodelle ansprechend ausstellen zu können, Absichern des Stellplatzes für die historischen landwirt-schaftlichen Großgeräte, Kauf von Schauvitrinen, um nur die ganz großen Durchführungen der letzten Zeit zu nennen.

Unter Kooperationsbereitschaft des Pächters verstehe ich etwas anderes. So könnte man dem Museumsverein dahingehend entgegenkommen, dass man die Gaststätte während des Festes schließt. So handhaben es beispielsweise der VfB Knielingen während seines Sportfestes und die Fischervereinigung Knielingen während ihres Fischerfestes mit den angeschlossenen Gaststätten. Das verstehe ich unter gelungener Kooperation zwischen Vereinen und Gaststättenbetreibern. Man kann nur hoffen, dass das Liegenschaftsamt bald ausgeschlafen hat und das Seine dazu beiträgt, damit künftig das Museumsfestwieder in gewohnter Form stattfinden kann.

Anita Mikhail
Karlsruhe-Knielingen


Leserbrief BNN vom 22.07.2017 - Absage Museumsfest

Wir sind seit 20 Jahren ein eingeschweißter Freundeskreis im Alter zwischen von 30-40 aus den Stadtteilen Daxlanden und Knielingen. Unsere Wochenenden verbringen wir gerne auf Festen in unserer Region. Vor ca. 18 Jahren zog es uns das erste Mal am ersten Septemberwochenende auf das Hofgut Maxau zum Museumsfest. Wir waren völlig von den Socken, was uns vor Ort erwartete: reges Treiben mit uralten Dreschmaschinen und Traktoren auf den Feldern, ein von einem Traktor angetriebenes Kinderkarussell, Handwerkerstände, ein Backhaus aus dem das frisch gebackene Holzofenbrot duftete und selbst hergestellte kulinarische Köstlichkeiten aus frisch geernteten Kartoffeln mit Bibeleskäs. Nach einem dreistündigen Rundgang fühlten wir uns in das vergangene Jahrhundert zurückversetzt, fasziniert von dem unglaublichen Angebot in einem  fantastischen Ambiente. Sogar die fleißigen und freundlichen Helfer mit ihren blau-weißen Kitteln fügten sich in dieses Bild. Das Bier und der Wein schmeckten uns an dem Abend doppelt so gut. Seit diesem Tag waren wir Stammgäste auf dem Museumsfest. Beim nächsten Museumsfest kamen wir mit Museumsmitgliedern ins Gespräch. Uns trennte zwar eine Generation, aber wie sich rausstellte, sind diese Oldies keine Museumsgeister, sondern quickfidele Persönlichkeiten mit einem unglaublichen Engagement, Ehrgeiz und Einsatz für diesen Verein.

Beeindruckt von diesen Personen und ihrer Arbeit, beschlossen einige aus unserem Freundeskreis, diesem fantastischen Verein beizutreten. Denn wenn niemand Junges nachrückt, wird es früher oder später kein Museumsfest mehr geben. Seither stehen wir alle nicht mehr vor dem Tresen, sondern dahinter.

Wenn man wie wir nun auch hinter die Kulissen schauen darf, wird einem erstmal bewusst, welche Struktur, Organisation und welcher Aufwand dieses Museumsfest mit sich bringt. Trotz der Massenanstürme während der Museumsfeste, herrscht ein angenehmes Arbeits-und Vereinsklima. Das verdient Respekt. Jung und Alt harmonieren hier in bester Manier. Mittlerweile tollen unsere Kinder auf dem Spielplatz beim Hofgut Maxau herum und fragen, wann endlich wieder dieses große Fest ist???
Und jetzt müssen wir ihnen erklären, dass es dieses Jahr nicht stattfinden wird! Wir sind zutiefst traurig und enttäuscht, dass wie in dem Bericht vom 13.07.2017 zu lesen ist, die dafür zuständigen Ämter nicht in der Lage waren, die Problematiken zwischen Pächter und Museumsverein rechtzeitig zu klären, sodass ein reibungsloses Fest, wie all die Jahre zuvor stattfinden kann.

Liebe Verantwortliche der Stadt Karlsruhe, wenn Sie ihren kleinen und großen Bürgern weiterhin mehr als Kindorado und Co. bieten möchten, ist es schleunigst an der Zeit, Feste wie dieses zu unterstützen und zu fördern!!!
 
Mit freundlichsten Grüßen
Daniel Füg und seine Dixieland und Knielinger Crew


Leserbrief BNN vom 22.07.2017: Absage Museumsfest

Als Knielinger und als Mitglied des "Fördervereins Knielinger Museum" fällt man aus allen Wolken, wenn man liest, dass das traditionelle, in Nähe und Ferne beliebte Museumsfest  diesmal und ausgerechnet auch noch am 25 jährigen Vereinsjubiläum ausfallen soll.

Da ich jedes Jahr zur Jahreshauptversammlung des Vereins gehe, weiß ich, dass der Verein auf die Einnahmen durch das Fest angewiesen ist. Brechen diese weg, so ist das, wie wenn ein Gastronomiebetrieb bei weiter laufenden Grundkosten gezwungen wäre, für ein Jahr zu schließen! Im ehrenamtlichen Tätigkeitsbereich sind heute viele Vereine anfällig geworden. Gerade auf diesem Gebiet hat aber der Museumsverein glücklicherweise kein Problem! Das ganze Jahr hindurch kommt alle 2 Wochen eine 15- bis 20-köpfige freiwillige Helferschar zusammen, um die Räumlichkeiten in Ordnung zu halten, um die Sammlungen zu erweitern und zu pflegen. So wird stetig auf die im Sommerhalbjahr  sonntäglichen Öffnungszeiten bzw. auf die alle 2 Jahre stattfindenden großen Feste hingearbeitet. Die Erwartungen an das Fest sind aber nicht nur die Einnahmen, sondern vor allem auch die Freude, die ein vielfältiges, lehrreiches, immer wieder neugestaltetes und  kostenloses Unterhaltungsprogramm den großen und kleinen Besuchern macht.

An den sonntäglichen Besuchsnachmittagen bietet das Museum keine Bewirtung an.
Der Nutznießer davon könnte der Gastronomiebetrieb des Hofguts Maxau sein. Eigentlich die beste Voraussetzung für ein gedeihliches und symbiotisches Zusammenwirken von Hofgut und Museum. Stattdessen hört man immer mal wieder und liest man jetzt von Beeinträchtigungen, die in die Wege gelegt werden.

Im BNN-Bericht lässt sich herauslesen, dass die derzeitige Situation daran krankt, dass  es  zwischen dem Städtischen Liegenschaftsamt und dem Museumsverein an einer Nutzungsregelung für die Freiflächen mangelt. Das jetzt anberaumte Mitwirken einer Mediatorin ist sehr zu begrüßen, und es bleibt  zu hoffen, dass die Stadt nicht nur Pachtzahler im vorrangigen Blick hat, sondern auch zum Wohl der Bevölkerung einem kulturtragenden Verein die Wege frei hält.

Joachim Schulz
Karlsruhe-Knielingen


Leserbrief „Das Museumsfest in Maxau fällt aus“

Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Da fällt nun also das traditionsreiche Museumsfest tatsächlich einem banalen, spießig und kleingeistig ausgetragenen Interessenskonflikt zum Opfer!?

Ausgerechnet ein so beliebtes und von der Knielinger Bevölkerung aktiv so beispielhaft mitgetragenes Groß-Fest, das tausende Besucher angelockt hätte, wie schon so oft! Wie dem BNN-Bericht zu entnehmen, kollidieren die wirtschaftlichen Interessen des Pächters mit denen des Museumsvereins, bzw. der Stadt. Und die Politiker kommen zu spät, um noch vermitteln zu können, obwohl die Organisatoren ihre Not offenbar frühzeitig angezeigt hatten.

Dabei sind doch hohe politische Werte tangiert:
Da ist einerseits die Wirkung nach außen. Mehrere Tausend Besucher aus Karlsruhe und der Region fanden jedes Mal wegen dieses Festes den Weg auf die Insel Maxau und wirkten als Multiplikatoren für eine gelungene Bürgerkultur in Karlsruhe.

Andererseits gibt es eine starke Wirkung in den Stadtteil hinein: Nicht nur die Mitglieder des ausrichtenden Museumsvereins, sondern auch viele ehrenamtliche Helfer aus der Knielinger Bürgerschaft bringen bei diesem Fest stets ein großes Engagement auf.
Dadurch trägt das Museumsfest intensiv dazu bei, dem Stadtteil und seiner Bevölkerung Identität zu verleihen.

Das ist um so höher zu schätzen, weil genau so Politikbereitschaft entsteht, aktive Beziehung des Einzelnen zum Gemeinwesen, ein inzwischen bekanntermaßen rar gewordenes Gut. Die Klagen z. B. über nachlassende Wahlbeteiligung allerorten sind bekannt. Offenbar fehlt es just an solcher Identifikation mit der Öffentlichkeit...

Durch die Aktivität des Museumsvereins, insbesondere durch das groß angelegte Museumsfest, sind in Knielingen aber Ansätze gewachsen, diesem Identifikationsmangel zu begegnen.

Zu wünschen wäre, dass dieses auch in den oberen, politisch verantwortlichen Etagen der Stadtverwaltung gesehen und gewürdigt würde. Denn genau dafür ist die Bürgermeisterelite ja von uns bestellt.

Es mag zwar Aufgabe eines Amtsleiters des Liegenschaftsamts sein, die hier notwendigen vertraglichen Regelungen zwischen Pächter und Stadt auszuhandeln, das Erkennen der Schutzbedürftigkeit des hier entstandenen Bürgerengagements und dessen politische Bewertung jedoch bleibt bei den Bürgermeistern!

Immerhin kommt es wenigstens jetzt, nachdem das Kind für dieses Mal schon in den Brunnen gefallen ist, zu einem Mediationsverfahren. Für die Zukunft wünsche ich mir deutlich mehr Sorgfalt!

Dieter Beskers


Leserbrief in den BNN vom 7. August 2017, zum abgesagten Hofgut-Fest:

„Uffbasse!“
Für die Leser, die nicht des Pfälzischen oder Badischen mächtig sind: „Aufpassen!“.
In dem Artikel steht, dass der Hofgut-Pächter Andreas Schmid sagt: "Er selbst habe seinerseits schon „alle Vorbereitungen getroffen“, etwa Kartoffeln und Sommerweizen auf 1,7 Hektar für die Erntevorführungen beim Vereinsfest gezogen. An seiner Kooperationsbereitschaft mangele es also nicht.“
Ich weiß nicht, welchen Kartoffel-Acker der Pächter, Herr Schmid jetzt meint. Wenn er den Kartoffel-Acker meint, der neben dem Museumsgelände ist, dann ist die Aussage falsch.
Dieser Acker ist schon immer dem Museum zugeschlagen und wird von den Museumsleuten bestellt. Da sind auch dieses Jahr wieder Kartoffel angepflanzt. Vom Kauf des Saatguts bis zur Ernte alles mit eigenem Geld, eigener Hände Arbeit und eigenen Maschinen. Na ja, und dass er den Sommerweizen wegen der Ernte-Vorführung anbaut kann man glauben, muss es aber nicht…  
Mit den Kartoffeln war es letztes Jahr schon so, dass der Museumsverein sie anbaute und erntete. Die Museumsleute boten Herrn Schmid an, dass er auch welche davon haben kann. Gute Nachbarn machen so etwas, keine Frage. Was geschah? Am nächsten Tag war die gesamte Wagenladung verschwunden. Kommentarlos, nicht einmal ein Dankeschön kam an.
Wie geht man als Museumsverein mit so etwas und so jemandem um? „Uffbasse!“

Erich Mühl, Edesheim