Erntefest 2017 auf dem Hofgut Maxau im Hinterhof

Leider musste das traditionelle Museumsfest in diesem Jahr am ersten Septemberwochenende wegen unterschiedlicher Interessen der Akteure auf dem Hofgut Maxau ausfallen. „Ausgerechnet zum 25. Vereinsgeburtstag musste das Erlebnisfest für Jung und Alt abgesagt werden. Das schmerzt die verantwortlichen Organisatoren „ganz besonders“, so die Vorsitzende des Fördervereins Ute Müllerschön. Deswegen hat sich der Museumsverein überlegt, ein alternatives Fest auf die Beine zu stellen. Liebhaber des Museumsfests durften sich in diesem Jahr am ersten Septemberwochenende auf ein kleineres Erntefest freuen, das hautnah zeigte, wie das Leben in früheren Jahren war.


Goldgelbe Maiskolben

Am Nachmittag kamen die Besucher

Der Kartoffelroder im Einsatz

Eifrige Kinderhände beim Einsammeln

Malen und Basteln werden gern angenommen

Das beliebte Kinderkarussell

Das Erntefest des Museumsvereins begann am Samstagvormittag ziemlich feucht. Der Regen wurde immer stärker, trotzdem zeigten sich schon bald einige Interessierte Besucher im Museum.

Als am frühen Nachmittag die ersten Sonnenstrahlen hinter den Wolken hervorkamen, hatte das Warten auf die Besucher sich gelohnt. Immer mehr kamen zum „diesjährigen kleineren Fest“ in den Hinterhof mit Backhaus und Obstbaumanlage. Das Kartoffel- und Getreidefeld war bereits vorbereitet für die Ernte.

Auf dem Hof bei der Apfelsaftpresse wurde eifrig Saft gepresst, die Kinder durften dabei mithelfen. Im benachbarten Verkaufsstand konnte man den frisch gepressten Apfelsaft kosten und auch welchen im Kanister mit nach Hause nehmen, auch Kartoffeln gab´s zum Kauf .

 Eine große Attraktion war der Kartoffelroder. Gezogen von einem historischen Traktor wurden die Kartoffeln aus dem Acker geschleudert. Fleißige Kinderhände sammelten danach eifrig die Knollen in bereitstehende Körbe. Diese wurden in Säcke gefüllt, auf den Bauernwagen geladen, die Kinder dazu, und ab ging die ganze Fuhre Richtung Kartoffel-dämpfer. Es ist immer ein Erlebnis zu sehen, mit welchem Eifer Kinder dabei sind, wenn erfahrene Museumsleute sie zur Arbeit anleiten.

Für die Kleinen gab es noch andere Überraschungen: In einem blumengeschmückten und wie ein Schulzimmer eingerichteten Eisenbahnwaggon konnte gemalt und gebastelt werden. Und unter einem Sonnenschirm wurde unter Aufsicht Kräutersalz hergestellt.

Während die frisch geernteten und im Kartoffeldämpfer gegarten Kartoffeln, serviert mit Bibbeleskäs bereits auf Abnehmer warteten, lockten goldgelbe Maiskolben zum Kauf. Frisches Brot aus dem Backhaus in Scheiben geschnitten, belegt mit feinem Leberwurst- oder Schmalzaufstrich luden ebenfalls zum Verzehr ein. Der Hof füllte sich immer mehr mit Besucher. Junge Familien mit Kindern wurden bereits bei der Ankunft am Spielplatz auf das Kinderkarussell aufmerksam, das von einem historischen Traktor angetrieben pausenlos im Einsatz war.

Im Museum konnten die Festbesucher in der Druckerabteilung ihren Namen in Urkunden drucken lassen, Goldschmiedin und Goldschmied bei der Arbeit zusehen, einen Sensendengler und eine Schuhmacherin bewundern und den Erklärungen über die frühere Funktion der Eisenbahnschiffsbrücke an einem Modell im Maßstab 1:87 lauschen. Eine Sonderausstellung über 200 Jahre Rheinregulierung durch Johann Gottfried Tulla mit Informationen über den Rheindurchstich 1817 bei Knielingen weckte ebenfalls großes Interesse.

Zum gemütlichen Sitzen unter der Museumsüberdachung luden Kaffee und selbstge-backener Kuchen und Waffeln aus der Cafeteria ein. Zudem gab es eine reichhaltige Auswahl an Getränken jeder Art, auch Bratwürste und Pommes nicht zu vergessen.

Am Sonntag kamen die Besucher bei strahlendem Sonnenschein schon am Vormittag zahlreich zum Erntefest des Museumsvereins. Auch hier war am Nachmittag die Kartoffelernte im Gang. Dann wurde mit der Kleindreschmaschine Getreide gedroschen und das Stroh mit einer alten Presse zu Ballen gepresst. Alle historischen Maschinen des Museumsvereins wie Traktoren, Dreschmaschinen, Mähbinder, Strohpresse, Kartoffelroder oder Balkenmäher werden von eigenen Fachleuten repariert und gewartet und konnten beim Fest besichtigt werden.

Durch die Arbeit mit einer Getreidemühle ließen sich die Arbeitsschritte nachvollziehen, mit denen aus Getreide Mehl gemahlen und im Backhaus den ganzen Tag Brot gebacken wurde.

Der Motorsportclub Knielingen stellte wie bei jedem Museumsfest seine historischen Motorräder aus, die immer wieder das große Interesse der Besucher wecken. Bei schönem Wetter ging das Erntefest am späten Sonntagabend erfolgreich und gemütlich zu Ende.


Einziger Wermutstropfen des gelungenen Festes war das vom Regierungspräsidium angeordnete Halteverbot auf dem Grünstreifen entlang des Weges am Damm.

Text und Bilder: Ute Müllerschön, Erich Frei