Liebe Freundinnen und Freunde des Museumvereins

Die Covid-19-Pandemie hat unser aller Leben über Nacht auf den Kopf gestellt.
Mähbinder bei der Getreideernte

Hinter uns liegt ein turbulentes Jahr 2020, in dem sich so manches veränderte. Wir mussten alle lernen, mit neuen Situationen umzugehen und uns der Realität anpassen. Auch innerhalb der Vereine.Für unseren Museumsverein bedeutete es die Absage sämtlicher traditioneller Veranstaltungen wie den Tag der offenen Tür an Himmelfahrt, den ökumenischen Pfingstgottesdienst, Kulturveranstaltungen, die Ehrung Badener des Jahres und die Museumsweihnacht. Besonders traurig stimmte uns Verantwortliche die Absage des bei Alt und Jung beliebten zweitägigen Museums- und Erntefests am ersten Septemberwochenende. Leider blieb uns im Hinblick auf dieses besondere Ereignis keine andere Wahl, da dem Verein die Aktionsflächen im Freien nicht zur Verfügung standen. Diese Unsicherheit gilt auch leider für das Jahr 2021 – wir wissen nicht, welche Einschränkungen und Überraschungen auf uns zukommen werden.

 

Nichtsdestotrotz war und ist der Museumsverein rege und aktiv. Zahlreiche Projekte wurden in Kleingruppen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen verwirklicht. Exemplarisch möchte ich Ihnen unsere neueste Errungenschaft vorstellen: eine Getreideputzmaschine. Hiermit ist der Museumsverein ab sofort in der Lage, mit seinen historischen Maschinen und Geräten die Produktionskette „Vom Korn zum Brot“ lückenlos vorzuführen. Das letzte fehlende Glied, eine Getreideputzmaschine der Firma Röbers Original „Petkus“ Baujahr 1954, wurde in Kandel entdeckt und steht nun im Knielinger Museum in Maxau. Den aufwendigen Transport organisierten findige Mitglieder. Bevor es zum Testlauf kam, waren einige Reparaturen notwendig. Der Probelauf brachte es dann an den Tag:  Die Getreideputzmaschine funktioniert hervorragend, ob der Antrieb über einen Schlepper mit Flachriemen oder über einen starken E-Motor erfolgt. Der Museumsverein darf sich über seine neue Errungenschaft freuen, die sich in einem guten Zustand befindet.

 

Ab sofort kann der Museumsverein mit seinen historischen Schleppern und Geräten die komplette Getreideernte- und Bearbeitungstechnik demonstrieren. Vom Getreideanbau, über die Bodenbearbeitung und Getreidepflege bis hin zur Ernte mit Mähbinder und Dreschmaschine oder mit einem historischen selbstfahrenden Mähdrescher kann die Feldarbeit lückenlos dargestellt werden. Das geerntete Korn passiert die Getreideputzmaschine, bevor es in der Getreidemühle zu Mehl verarbeitet wird. Die Teigzubereitung und das Formen der Brotlaibe übernehmen unsere erfahrenen Hobbybäcker. Im Backhaus ist dann der Steinbackofen bereits mit Holz eingeheizt und 40 Teiglinge werden eingeschossen und zu knusprigen Brotlaiben gebacken. Wir Verantwortlichen hoffen, dass in diesem Jahr unser traditionelles Museums- Erntefest rund um das Knielinger Museum im Hofgut Maxau stattfinden kann, um all die wertvollen historischen Maschinen und Geräte der Öffentlichkeit zu zeigen.

Text: Ute Müllerschön
Bilder: Erich Frei